Living Tunes Mastering -
Loudness
 
Unvermeidlich ist ein Hinweis zum Thema Loudness, also der Wahrnehmung der sog. „Lautheit“ eines Musikstücks im Vergleich zu einem anderen bei gleicher Einstellung des Lautstärkereglers.  
 
In der Fachliteratur ist seit einiger Zeit vom „Loudness War“ die Rede, der Tendenz zu immer lauteren Ausspielungen, um „konkurrenzfähig“ zu klingen, wodurch die Klangqualität stark leidet und bei Übertreibungen auch der Hifi-Standard unterschritten wird.  
 
Auf den Webseiten vieler Mastering-Studios findet man zu diesem Thema eine Auffassung, die ein bisschen nach „doppelter Moral“ klingt: Einerseits sind wir dagegen, aber als Dienstleister liefern wir die Lautheit, die der Kunde wünscht.  
 
Entscheidender als die Lautheit als solche sind die Verfahren, mit denen dieser Eindruck erreicht wird. Zwei Kriterien sind in diesem Zusammenhang entscheidend: die Hörermüdung und der Klang einer „lauten“ CD, wenn sie leise abgespielt wird.  
 
Mit brachialen Methoden laut gemachte Musikstücke klingen häufig im ersten Moment überaus eindrucksvoll. Bei aufmerksamem Kontrollhören (z. B. durch Produzent und Bandmitglieder) fällt dann jemandem schnell auf, das irgendetwas nicht stimmt. Ein entspanntes Zuhören über einen längeren Zeitraum ist nicht mehr möglich.
 
Wenn Musik als zu laut empfunden wird, kann man sie doch einfach mit Hilfe des Lautstärkereglers leiser machen? Dies stimmt bei künstlicher Loudness-Maximierung leider nicht immer. Durch Loudness-Maximierung gehen notwendig immer tonale Information und Dynamik verloren. Dies kann so weit gehen, dass selbst auf einer hochwertigen Anlage leise gespielte Musik die Klangqualität eines Küchenradios annehmen kann.  
 
In der Regel sind – allen kulturkritischen Unkenrufen zum Trotz – die meisten Ausspielungen von Live- oder Studioabmischungen im Vergleich zu Verkaufs-CDs nicht laut genug, um als professionell zu gelten oder weichen in der Lautheit der einzelnen Stücke mehr oder weniger stark ab. In diesen Fällen sind Anhebung und Angleichung der Lautheitsniveaus absolut geboten – mit Methoden und Werkzeugen, wie sie in Masteringstudios, in der Regel aber nicht in Aufnahmestudios oder in den Aufzeichnungsgeräten hinter Live-Konsolen, vorhanden sind. Laut ist also nicht gleich laut – Ihre Ohren und die Ihrer Kunden werden es Ihnen danken.